«Wettbewerb macht alles besser» war das Dogma der Achtziger- und Neunzigerjahre. Private Versicherungen und Krankenkassen wurden mit viel Geld gefördert, weil sie effizienter und billiger sein sollten als öffentliche Kassen. Das Resultat ist das genaue Gegenteil: Krankenkassen und Spitäler überbieten sich mit viel zu hohen Werbebudgets, Pensionskassen senken ihre Renten wegen ihrer hohen Verwaltungskosten und destabilisieren mit ihren riesigen Fonds den Immobilienmarkt. Das Experiment private Versicherungen ist kolossal gescheitert und kostet uns Unsummen. Der völlig unsinnige Wettbewerb im Gesundheitsbereich ist auch nur noch teuer. Und die Entwicklung und Produktion von Medikamenten, von Anfang an in privater Hand, bringt ihren Aktionären deutlich mehr Nutzen als der Gesamtbevölkerung.

Ich träume von einem Gesundheits- und Vorsorgesystem, das frei ist von Konkurrenzdenken und dessen Akteure im Sinn des Service Public nicht gewinnorientiert zusammenarbeiten. Ich träume von einer Einheits-Krankenkasse in staatlicher Hand, sozial finanziert über progressive Steuern statt Kopfprämien, die keinen Rappen an Werbung verschwendet und wirklich alles Lebensnotwendige in der Grundversicherung abdeckt. Das schliesst auch Sehhilfen und Menstruationszubehör mit ein. Ich fordere Spitäler, deren Abteilungen konstruktiv zusammenarbeiten, statt Menschen zur Gewinnoptimierung unnötig hin- und herzuschieben oder frühzeitig zu entlassen. Und ich möchte die grossen Pharmafirmen verstaatlichen und in den Dienst der Gesellschaft stellen, damit ihre Gewinne in echte medizinische Forschung zurückfliessen statt in Patentverlängerungs-Tricks und hohe Dividenden.

Ich möchte, dass die AHV zum Leben reicht, so wie es unsere Verfassung vorsieht. Ich möchte anschliessend das Pensionskassen-Obligatorium aufheben und so die stetig wachsende Blase der Pensionskassenfonds stoppen. Ausserdem unterstütze ich die Idee des Aargauer GRÜNEN Philipp Kästli, dass Investitionen in erneuerbare Energie-Infrastruktur im In- und Ausland zur sicheren Anlage für Pensionskassenfonds erklärt werden. So könnten wir die Energiewende vorantreiben und gleichzeitig vermeiden, dass die Pensionskassenfonds immer mehr Überbauungen an völlig ungeeigneter Lage finanzieren.