Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das mehr und mehr Geld von den Arbeitenden zu den Habenden pumpt. Mit der Automatisierung und Digitalisierung vieler Berufe wird sich diese Ungleichheit noch verstärken. Es wird immer mehr Geld für Maschinen und Algorithmen ausgegeben und immer weniger für Arbeit. Gleichzeitig werden Vermögen und Unternehmensgewinne immer tiefer besteuert, was dazu führt, dass sich unser Staat zu einem grossen Teil aus Einkommens- und Konsumsteuern finanziert. Das ist nicht nur hochgradig unfair, sondern auch kurzsichtig. Und hier ist noch nicht einmal die grassierende Steuerhinterziehung mit einbezogen, die uns jedes Jahr Milliarden kostet.

Ich träume von einem gerechten, schlanken, sicheren und einfachen Steuersystem. Kern davon ist eine sogenannte Mikrosteuer auf Finanztransaktionen. Soll heissen: Jede digitale Transaktion, ob nun eine Lohnzahlung, ein Aktienkauf oder eine Miete, wird mit einem winzigen Satz besteuert. Bereits mit einem Satz von 0,03% könnten wir 60 Milliarden Franken im Jahr generieren und im Gegenzug die direkte Bundessteuer, die Mehrwertsteuer und die Stempelabgabe abschaffen. Mit 0,07% könnten wir zudem alle Kantons- und Gemeindesteuern ersetzen. Eine Mikrosteuer in dieser Grössenordnung bedeutet für eine Schweizer Normalverdienerin wenige Hundert Franken Steuern im Jahr – ganz ohne Steuererklärung und sauber übers Jahr verteilt. Stärker zur Kasse gebeten werden Reiche und Unternehmen.

Selbst die Nebeneffekte einer Mikrosteuer sind durchwegs positiv: Komplexe Firmenstrukturen, die alle Einnahmen x-mal hin- und herschieben, werden damit wenig rentabel. Ganz verschwinden würde der Hochfrequenzhandel an der Börse. Dieser wenig bekannte computergesteuerte Handelszweig nutzt kleinste Kursveränderungen für winzige Gewinne und hat verheerende Auswirkungen: Jede Kursschwankung wird durch den Hochfrequenzhandel zusätzlich verstärkt, oft sogar verdoppelt, was unser Finanzsystem instabiler macht. Mehr über die Mikrosteuer findest du unter www.mikrosteuer.ch.